Wäschetrockner genießen mitunter nicht den allerbesten Ruf: Dass sie den Textilien mehr schaden als nützen und dass die Kleidung im Trockner schrumpfen soll hört man immer wieder. Auch als überflüssige Stromfresser sind die praktischen Geräte mancherorts verschrien. Das renommierte österreichische Institut für Ökologie, Technik und Innovation (ÖTI) hat nun in einer Studie solche in der Bevölkerung kursierenden Vorurteile genauer untersucht. Dabei wurden zahlreiche Mythen entlarvt, und es konnte gezeigt werden, dass selbst ältere Geräte viel besser sind als ihr Ruf.
Wie das österreichische Elektrojournal über die ÖTI-Studie berichtet, sind die Test-Ingenieure folgendermaßen vorgegangen: Frottee-Handtücher, Hemden und Zwirnsocken mussten jeweils 50 Wasch- und Trockenzyklen über sich ergehen lassen, wobei zum Trocknen entweder ein Kondensationstrockner der Energieeffizienzklasse B oder aber die traditionelle Wäscheleine in einem beheizten Innenraum verwendet wurde. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: “Frottee-Handtücher aus dem Trockner sind nach 40 mal waschen und trocknen noch immer so bauschig wie leinengetrocknete Handtücher nach fünf Wäschen.”, erklärte Britta Colbert vom ÖTI. Auch im Hinblick auf das Gewebebild und das Knitterverhalten hat der elektrische Trockner offenbar die Nase vorn. Ins Reich der Legenden konnten die Tester auch die Mär vom Schrumpfen und vom Gewichtsverlust verweisen.
Aber wie steht es um den Stromverbrauch? Immerhin kommt die Wäscheleine ganz ohne elektrischen Energieaufwand aus. Was auf den ersten Blick evident erscheint, ist aber nur die halbe Wahrheit: Weil die Wäsche weniger zerknittert aus dem Trockner kommt, muss sie auch weniger intensiv gebügelt werden. Dass damit unterm Strich mit dem Trockner Energie gespart werden kann, konnte die Studie eindeutig nachweisen – vom gesparten Zeitaufwand ganz abgesehen. Noch besser steht der Wäschetrockner mit seiner Energiebilanz in der Heizperiode da: Feuchte Wäsche in der Wohnung zieht eine erhöhte Heizleistung nach sich, die mit dem Trockner vermieden werden kann. Auch unter Umweltgesichtspunkten spricht also nichts gegen den Betrieb eines Wäschetrockners.