Wäsche waschen gehört zum Alltag, ebenso wie Putzen, Einkaufen und den Müll rausbringen. Doch im Gegensatz zu früher muss man sich nicht mehr stundenlang mit Gerätschaften wie Zinkwanne und Waschbrett abmühen, sondern einfach nur zwei, drei Tasten drücken – den Rest macht die Waschmaschine. Am vergangenen Samstag jedoch wurde wieder kräftig von Hand geschrubbt: Getreu dem Motto „Waschen wie vor 100 Jahren“ hatten sich einige „Waschweiber“ und weitere Besucher auf dem Hof der Familie Pust in Werben eingefunden, um der Nostalgie-Aktion beizuwohnen.
Die erste vollautomatische Waschmaschine für den privaten Haushalt kam in Deutschland 1951 auf den Markt. Bis dahin sei man an einem Waschtag von morgens bis spät abends beschäftigt gewesen, erinnert sich Hofbesitzerin Brigitte Pust. Auf das Einweichen und Brühen in der Lauge folgten das anstrengende Schlagen, Kneten und Reiben. Anschließend wurde erneut gespült, gebleicht und gewrungen, dann erst konnte die Wäsche auf die Leine. Ein schweißtreibender Vorgang, der durchaus mehrere Tage dauern konnte. Sie sei froh, dass diese Arbeit heute eine Maschine erledigt, erzählt Brigitte Prust weiter.
Doch so richtig verausgabt hat sich am Samstag niemand. Es gab Essen und Trinken, und um die Wäsche musste sich auch keiner Sorgen machen. Schließlich hatten die meisten nur ausrangierte Laken oder Unterwäsche mitgebracht. „Die heutige synthetische Wäsche würde bei dieser Art zu waschen ohnehin zerfallen“, so Pust. Der endlos langen Rubbelei auf dem Waschbrett hielten nur Stoffe aus hundert Prozent Baumwolle oder Leinen stand.