Zugegeben: Mit der Größe eines Kleintransporters und einem Gewicht von über vier Tonnen eignen sich die neuen Kohlendioxid-Waschmaschinen von Linde für den Privathaushalt eher weniger. Da aber noch jede Technologie am Anfang im XXL-Format angetreten ist, erscheint es nicht unrealistisch, dass die CO2-Waschtechnik irgendwann bis zur Alltagstauglichkeit geschrumpft sein wird. Aber von vorne: Nach einem Bericht von FAZ.net hat das Unternehmen Linde gemeinsam mit dem schwedischen Konsortium Electrolux eine neuartige Reinigungstechnik bis zur Marktreife weiter entwickelt, bei der flüssiges Kohlendioxid eingesetzt wird. In ganz Europa sollen nun flächendeckend Reinigungsfilialen entstehen, die die neue Textilreinigung anbieten. Gegenüber der herkömmlichen chemischen Reinigung bietet das Verfahren zahlreiche Vorteile.
Die CO2-Waschmaschinen gleichen einem großen Druckbehälter. In der Trommel herrscht beim Waschvorgang ein Druck von bis zu 50 bar. Unter diesen Bedingungen entfaltet verflüssigtes Kohlendioxid dank seiner Fett lösenden Eigenschaften eine starke Reinigungskraft. Ganz ohne Waschmittel kommt man dabei zwar nicht aus, auf die problematischen Chlorverbindungen kann aber komplett verzichtet werden, so FAZ.net. Weitere Vorteile des Verfahrens liegen in der Schonung der Textilien und in der günstigen Energiebilanz, die sich aus den geringen Waschtemperaturen von 10 bis 15 Grad Celsius ergibt. Außerdem entfällt der Trocknungsvorgang. Nach Herstellerangaben werden 99% des CO2 wiederverwendet, der Rest entweicht bei der Öffnung der Trommel. Die Textilien verlassen die Maschine dann trocken, sauber und kühl. Zudem werden Bakterien und Milben effektiv und nachhaltig dezimiert, was besonders bei Allergikern für viel Anklang sorgen dürfte.